F70v2
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Dies ist die erste der 12 (ehemals 14) Seiten, die wahrscheinlich Tierkreiszeichen zum Thema haben.
Die lateinisch geschriebenen Worte in den Astrologie-Seiten, die offensichtlich Monatsnamen darstellen, wurden vermutlich später hinzugefügt - vielleicht von jemandem, der das VMS zu entschlüsseln versuchte.
Besonderheiten
„Mars“ ist das französische Wort für März.
Das Sternzeichen „Fische“ geht (heute) vom 19./20. Februar bis zum 20. März. Im 11. bis 15. Jh. vom 16. Februar bis 17. März, im 15./16. Jh. vom 10. Februar bis 10. März (vgl. Hermann Grotefend: Zeitrechnung des deutschen Mittelalters und der Neuzeit. Hannover 1891-1898: System/Jahreseintheilung/Monate).
Die Fische scheinen identisch zu sein, allerdings weist der untere eine dunkle Schwanzschuppe auf. Umgeben werden sie von 29 Nymphen in zwei konzentrischen Kreisen. Anders als bei den anderen „vollständigen“ Sternzeichen fehlt hier also eine Nymphe. Das könnte dadurch zu erklären sein, dass das astrologische Jahr mit dem Widder beginnt, der seinerseits dem März, dem altrömischen Jahrensanfang, entspricht. Für das Sternzeichen der Fische bedeutet das, dass es dem letzten Monat des altrömischen Kalenders entsprechen muss - dem Februar. Und der Februar unterscheidet sich bekanntlich dadurch, dass er im Kalender nicht wie die anderen Monate 30 oder 31 Tage besitzt sondern nur 28 bzw. 29 Tage. Somit hätte es durchaus seine Richtigkeit, dass der Februar auch hier aus der Reihe tanzt und nicht 30 oder 2x15 Nymphen aufweist (vgl. F70v1, F71r, F71v, F72r1) sondern bloß 29.
Man könnte an dieser Stelle die Hypothese formulieren, dass die die Sternzeichen umgebenden Nymphen Tagen entsprechen. Dabei ständen die einzelnen Sternzeichen für standardisierte „Normal“-Monate zu je 30 bzw. 2x15 Tagen. Der „Ausnahme“-Monat Februar (Fische) enthielte jedoch auch hier weniger Tage, nämlich bloß 29.
Tuben
Diese „Tuben“ finden sich nur auf den ersten 5 Astrologie-Folia.
Auch die Farbenfreude läßt auf den Astrologie-Seiten schnell nach - was jedoch dem Abrieb der Jahrhunderte geschuldet sein kann, die Astro-Seiten sind in traurigstem Zustand (wie sonst nur F1r).
Transkription
siehe [1]
Weblinks
Vergleiche: M III 36 (15.Jhd.), Universität Salzburg; Seite 236v