F6v
Aus voynich-ms.de, dem freien Voynich-Manuskript-Lexikon
Pflanze
Vorschlag: Wunderbaum - Ricinus communis (vgl: Wunderbaum)
Weitere Bilder auf WikiCommons
Verwendung
Das viskose, durchsichtige bis gelbliche Rizinusöl wird aus den Samen des Wunderbaums kalt gepresst, es besteht zu 70–77% aus Triglyceriden der Rizinolsäure. Im Gegensatz zu den Samen ist es ungiftig. Neben seiner medizinischen Anwendung wird es auch für Verbrennungsmotoren im Modellbau eingesetzt. Bekannt war das Öl bereits zu Herodots Zeit, der berichtet, dass es in Ägypten vielfach als Brennöl und zu Salben benutzt wurde. Auch Albertus Magnus kultivierte den Wunderbaum. Später kam die Pflanze in medizinischer Hinsicht in Mitteleuropa in Vergessenheit. Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde das Öl von Westindien aus wieder als Abführmittel empfohlen.
Die Samenschalen des Wunderbaums sind sehr giftig, da sie das toxische Protein Rizin (Lectin) enthalten. Bei der Einnahme kann schon eine Menge von 0,25 Milligramm tödlich wirken, das entspricht wenigen Samen. Der Tod tritt üblicherweise durch Kreislaufversagen etwa zwei Tage nach der Vergiftung ein. Ein agglutiniertes Protein führt zum Verklumpen der roten Blutkörperchen. Es ist kein Gegengift bekannt.
weiterer Vorschlag:
Kugeldistel - Echinops sphaerocephalus (vgl: Drüsenblättrige Kugeldistel)
(gesehen auf:http://www.youtube.com/user/WilfridVoynich#p/u/27/eFjmKjRKygI)
Hat auch was: Blätter sind nicht so ideal gefingert wie beim Rizinus, aber der insgesamt "spitzige" Eindruck kommt herüber. Auch die lockere, offene Verzweigtheit des hochständigen Fruchtstandes passt.
Weitere Bilder auf WikiCommons
Warum es doch eher der Rizinus ist:
Seien wir doch froh, wenn schon einmal eine Pflanze bereits so gut bestimmt ist, wie der oben der Rizinus.
Auch hier gibt es wieder eine verführende Desinformation durch den VMS-Färber, da Kugeldisteln blaue Blütenstände haben und der Rizinus eher rote Früchte. Die Tusche-Zeichnung selber sagte ja nichts von blau.
Eben entdeckt:
Wurzel eines Rizinus vs. Wurzel einer Distel
Rizinus neigt also zu einem Geflecht, Disteln neigen zu einem Wurzel-Hauptstamm mit feineren Seiten-ästen.
-> Sieger in allen Klassen: Rizinus
Transkription
siehe [1]
- t.b.c.
Kategorien: Folios | Bebilderte Seiten | Pflanzen | A-Currier | Quire1