F67v2
Aus voynich-ms.de, dem freien Voynich-Manuskript-Lexikon
Besonderheiten
Wie in F68v3 finden wir wohl auch hier eine Mappa Mundi vor. Die drei mutmaßlichen Kontinente sind dabei verschiedenfarbig koloriert: Asien grün, Europa rot und Afrika (dunkel-) blau. Auf den drei Erdteilen sind (vermutlich) vier helle Gesichter abgebildet, die etwa den Mond repräsentieren könnten. Zwischen den Gesichtern in Afrika und Europa ist eine helle Verbindungslinie zu erkennen. Ebenso zwischen jenen Europas und Nordasiens. Zwischen den Gesichtern des nördlichen und des südlichen Asiens dürfte eine solche Verbindung ebenfalls existieren, was sich aber aufgrund des schlechten Zustandes des Originals nicht endgültig entscheiden lässt. Recht klar zu erkennen ist hingegen, dass eine derartige Verbindung zwischen den Gesichtern Afrikas und Südasiens fehlt. Die Gesichter in Afrika und Europa blicken einander an. Ob dieselbe Ausrichtung bei den beiden asiatischen Gesichtern vorhanden ist, lässt sich nur vermuten.
Was es mit der Auswahl der Farben auf sich hat, ist im Augenblick ebenfalls noch unklar.
Die farbige Mappa Mundi befindet sich in der Darstellung unten links. Sie ist eine von vier kleinen Scheiben, die eine große Ringdarstellung umgeben. Jede der vier kleinen Scheiben beinhaltet „Gesichter“, die auf unterschiedliche Art und Weise miteinander verbunden sind.
Die kleine Scheibe oben links hat drei Gesichter, die in einem Dreieck angeordnet sind. Die restlichen kleinen Scheiben weisen demgegenüber alle vier Gesichter auf. Das Gesichterdreieck ist mit der großen Ringdarstellung verbunden und durchstößt diese mutmaßlich. Das Dreieck scheint sich dabei in einer Art Schlauch im Innern der Ringdarstellung fortzusetzen. Aus diesem Schlauch, der am Ende kelchförmig erweitert ist, tritt eine Sonne hervor. Der Schlauch trägt eine Beschriftung.
Die kleine Scheibe unten rechts ähnelt in einigem ihrem Gegenüber oben links. Beide sind nicht koloriert und beinhalten mehrere Gesichter, die mit „Kanälen“ untereinander verbunden sind. Allerdings zählen wir unten rechts vier Gesichter, die eine hakenförmige Anordnung aufweisen. Auf einem der Gesichter findet sich zudem eine Spitze. Die Vierergruppe scheint wiederum den großen Ring zu durchstoßen und gebiert im Innern ebenfalls eine Sonne, die aus einem erweiterten Schlauch austritt. Die kleine Scheibe besitzt zudem wie der Schlauch eine Beschriftung.
Die kleine Scheibe oben rechs weist vier Gesichter auf, die rautenförmig angeordnet aber über’s Kreuz miteinander verbunden sind. Die Verbindungen bestehen dieses Mal allerdings nur aus einfachen Linien. Das Gesichterkreuz durchstößt wiederum den großen Ring und lässt in dessen Inneren ein Gestirn aus einem erweiterten Schlauch austreten. Dabei dürfte es sich nun aber um einen Mond handeln. Schlauch und kleine Scheibe sind beschriftet.
Die farbige Mappa Mundi befindet sich wie schon gesagt unten links. Ihre vier Gesichter sind quadratisch angeordnet und U-förmig miteinander verbunden. Auch diese vier Gesichter dürften den Ring durchstoßen, was sich aber nicht richtig erkennen lässt. Jedenfalls finden wir wiederum den erweiterten Schlauch aus dem ein Gestirn - wieder der Mond - austritt. Der Schlauch ist erneut beschriftet.
Der zentrale große Ring der Darstellung ist oben, unten, rechts und links zweizeilig beschriftet.
Im Zentrum finden wir eine Kreis, der in der Mitte einen Stern aufweisen könnte. Jedenfalls dreht sich um seine Mitte ein Wirbel, der verschiedene Farben zu vereinigen scheint (Blau und Gelb). Gegenüber den oben erwähnten „Schläuchen“ besitzt der Zentralkreis aufgesetzte grüne Winkel, die auf die Schläuche verweisen oder sogar mit ihnen verbunden sein könnten. An dieser Stelle sei daran erinnert, dass die Farbe Grün eine Mischung aus Blau und Gelb ist. Also jener Farben, die wir im Wirbel finden. Oberhalb und unterhalb des Zentralkreises finden wir eine Beschriftung.
Vom Zentralkreis gehen im Uhrzeigersinn geschriebene Textzeilen in Kreuzesform aus. Dabei sind die waagerechten Textzeilen durch „Kanäle“ mit dem Zentralkreis verbunden. Am Ende jeder der vier Textzeilen finden wir kelchförmige Erweiterungen, die an jene der Schläuche erinnern.
Deutungsansätze
Die unten links dargestelle Erde (lat. terra) könnte mit Blick auf das Vorhandensein von gesamthaft vier kleinen Scheiben für das Element Erde stehen. Dazu würde der dazugehörende Mond passen, der wie die Erde weiblich ist (lat. luna). Verfolgen wir die Elemente-Hypothese weiter, entspräche die kleine Scheibe oben rechts wohl dem Wasser (ebenfalls weiblich-lunar). Somit blieben für die beiden anderen Scheiben die männlichen Elemente Luft und Feuer, deren Geschlecht durch die männliche Sonne (lat. sol) angezeigt würde. Ordnen wir das Feuer der Scheibe unten rechts zu, könnte die oben erwähnte Spitze auf einem der dortigen Gesichter als Flamme interpretiert werden. Die Scheibe oben links stünde demzufolge für die Luft.
Der Zentralkreis mit dem Blau und Gelb vermischenden Wirbel wäre dann wohl das Ur- oder Mischelement aller vier Elemente, in dem auch die Gegensätze (männlich-solar und weiblich-lunar) vereinigt sind.
Transkription
siehe [1]
- t.b.c.